Trauriges Bild in der Blogosphere

Puh, das spricht nicht für die deutsche Blogosphere: Kämpfen bis unter die Gürtellinie, um bei einem Wettbewerb zu gewinnen! … Mein Blog nur Phrasendrescherei und naja … halt Frau … und wenig Inhalt … kaum eigene Beiträge  … und …. Danke, so jemand entkleidet sich selbst.

Finance Blog of the Year 2010

Nicht dass es um viel Geld geht oder gar um den Nobelpreis – es geht schlicht um den Wettbewerb Finance Blog of the Year 2010. Der Wettbewerb wurde ausgeschrieben von Smava – der Kreditplattform für Private. So ein Wettbewerb ist Marketing und hat seine Berechtigung und ist auch eine willkommene Hilfestellung für Blogger, um bekannter zu werden. Also, es könnten durchaus alle zufrieden sein, wenn da nicht die dem Menschen eigenen Charaktereigenschaften Neid und Eifersucht wären.

Ein Engagement für die Börsenfrau

Kurzum die Jagd traf mich, denn meine Leser, Freunde, Verwandte und Kollegen engagierten sich mit Begeisterung und viel Energie, um für mich zu voten. Es wurde getwittert, es wurde gemailt, Kollegen beteiligten sich und so verbuchte die Börsenfrau heute morgen also rund 400 Stimmen für sich.

Protest

Das Geschrei einiger Mitwettbewerber war gross und so bekam ich heute einen Anruf von Smava, dass meine Stimmen auf 47 gekürzt wurden. Mmmm! Etwas seltsam, denn sollte selbst, wie der Vorwurf lautet, jemand die Cookies in seinem Browser gelöscht haben, um nochmals zu voten, dann ist es kaum zu glauben, dass dies jemand 350x gemacht hat.

Mein grosses Umfeld

Ich weiss, dass viele meiner Kollegen abgestimmt haben. Und es sind natürlich viele, denn ich arbeite zusätzlich an einer deutschen Universität. Und ich weiss, dass ein gesamter Kollegenkreis aus der Medienlandschaft – „dummerweise“ auch viele – für mich gestimmt haben. Und schliesslich habe ich noch täglich einen durchschnittlichen Feedabruf von 153 Lesern, wobei der Abruf durch den Wettbewerb in der Spitze auf 250 Leser stieg. Auch hier dürften wohl einige für mich gestimmt haben. Und nicht gerade gering war natürlich das Engagement meiner Verwandten und Freunde. Im Gegenteil, man rührte mächtig die Werbetrommeln!

Ganz herzlichen Dank!

Und das hat mich sehr berührt: Es ist phantastisch zu erfahren, so viele tolle Menschen hinter sich zu haben. Dafür einen ganz herzlichen Dank!

Meine Empfehlung

Zum Schluss möchte ich noch speziell jenen Bloggern, die auf Konfrontation stehen, gerne eine Empfehlung aussprechen: Nicht der Kampf gegeneinander bringt ein Blog weiter, sondern eine gemeinsame Vernetzung und faire Kommunikation verbunden mit einer guten Verankerung in der Gesellschaft.

Über die Börsenfrau

Als Initiatorin des Projekts möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Gertraud Pourheidari. Von Beruf bin ich Übersetzerin. Mit Aktien hatte ich zunächst wenig zu tun. Nur im Alter von 18 Jahren streifte mich das Thema kurzzeitig; doch leider liess ich es mir viel zu leicht ausreden, denn schliesslich war das damals "für Frauen kein Beschäftigungsfeld". 1996 kaufte ich meine ersten Aktien. Ich erlebte die Euphorie während der Technologiehausse und den anschliessenden tiefen Absturz des Neuen Marktes - Schlüsselerlebnisse, die Fragen und Nachforschungen nach sich zogen. So tauchte ich tiefer in die faszinierende Welt der Kapitalanlage ein. Heute berate ich das Rohstoff-Strategiedepot des Stuttgarter 0711-Aktienclubs , erstelle Unternehmensanalysen und konzipiere Börsenpublikationen zum Thema Kapitalanlage für Die Aktien-Analyse und Strategisches Investieren. Das Handwerkszeug habe ich mir in Seminaren, amerikanischen Online-Workshops und autodidaktisch angeeignet. In der Unternehmensanalyse erhielt ich meine praktische Ausbildung von Gelfarth & Dröge Research, Hattingen. Journalistische und publizistische Kenntnisse erwarb ich über die Zusammenarbeit mit dem Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn. Gertraud Pourheidari
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7 Antworten zu Trauriges Bild in der Blogosphere

  1. Mario sagt:

    Hallo Gertraud,

    sehr guter Beitrag!

    Grüße, Mario

  2. Pingback: Kritik am Smava-Blogwettbewerb fördert Vernetzung der Wirtschaftsblogs « Blick Log

  3. Peterreins sagt:

    Liebe Börsenfrau,
    ich finde es schade, wie die Sache bisher gelaufen ist. Und ich finde es insbesondere auch traurig, wenn jemand persönlich angegriffen oder verletzt wird. Das ist nicht in Ordnung. Ich schätze Ihr Weblog und würde mich auf einen Gedankenaustausch mit Ihnen hin und wieder freuen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hannes Peterreins

  4. mmui.de sagt:

    Bonjours Mme,

    hei-jei-jei, das alles klingt ja arg verbittert. Ich jedenfalls habe ehrlich für Dich gevoted!

    Viel Glück,
    Arkad

  5. Liebe Frau Pourheidari,

    es ist wohl Ihre gute Verankerung in der Gesellschaft, die der eine oder andere Skeptiker nicht auf seiner Rechnung hat.

    Es ist schade, dass smava durch diese unprofessionelle Organisation den Wettbewerb selbst vollkommen entwertet.

    Ich habe bei smava eine einzige Stimme abgegeben, nämlich am ersten Tag des Votings für Ihren Blog! Sehen Sie es positiv: Durch das ganze Theater haben Sie sicherlich so manchen Leser hinzugewonnen.

    Schöne Grüße
    Eric Schreyer

  6. Andreas B. sagt:

    Die Kürzung der Stimmen ist natürlich ärgerlich und nicht wirklich nachvollziehbar. Dann müsste man theoretisch bei allen Teilnehmern die Zahl der abgegebenen Stimmen kürzen, denn schließlich ist es beim Voting für jede Seite möglich, zu schummeln. Wenn Smava einen fairen Wettbewerb garantieren möchte, müsste sie eben Möglichkeiten finden, das Schummeln möglichst zu vermeiden, zum Beispiel indem die Stimmabgabe nur mit Angabe einer Mailadresse möglich ist, so dass mehrfaches Abstimmen gleich auffällt. Aber der Blog hat es ja trotzdem weit nach vorne geschafft, dazu schon mal meinen Glückwunsch.

  7. @Andreas B.: Danke für den Glückwunsch! 🙂 Es ist schön, so tollen Zuspruch zu bekommen.

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