Mit Dividenden ruhig schlafen in 2012

Dividenden liegen im Trend. In 2011 waren sie ein probates Mittel, um selbst in unruhigen Börsenzeiten Einkommen zu erzielen. Auch in 2012 bleiben Dividenden ein willkommene Einkommensquelle. Unternehmen können solide Dividendenausschüttungen gewährleisten, denn sie sitzen auf genügend Cash.

Gute Dividendenzahler

Gute Dividendenzahler sind vor allem Unternehmen, die zwar viel Cash produzieren, deren Wachstum sich aber aufgrund ihrer fortgeschrittenen Reife verlangsamt hat. Die sogenannten Langweiler schütten meist eine hohe Dividende aus. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Aktie der Zurich Financial. Beim aktuellen Kurs von 216 SFr liegt die Dividendenrendite bei 7,9%. Eine schöne Rendite, die auch bei Kursverlusten gut schlafen lässt. Allerdings beträgt das Payout Ratio bereits stolze 70%, was die Wachstumsdynamik für die Dividende etwas dämpft. Nichtsdestotrotz lässt es sich mit der Rendite gut leben.

Nachhaltige Dividendenzahler

Weitere Unternehmen mit einer stabilen nachhaltigen Dividende sind Verbrauchermonopole. Diese Unternehmen sind nicht nur kontinuierliche Dividendenzahler, sie punkten in schwierigen Börsenphasen zusätzlich mit relativ stabilen Kursen. Hier das klassisches Beispiel: die Nestlé-Aktie. Nestlé schüttet seit 1923 kontinuierlich aus. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre rentierte die Nestlé-Dividende mit 2% p.a. und wuchs jährlich um 14%. Nimmt man aber den Zeitraum der letzten fünf Jahre, dann erkennt man eine deutliche Tendenz in Richtung höherer Dividende. Die Dividendenrendite beträgt seither 3% p.a. und das Dividendenwachstum hat sich auf 15% p.a. erhöht.

Stetiges Dividendenwachstum

Und hier liegt der besondere Charme einer jährlich wachsenden Dividende. Sie brauchen im Grunde nichts weiter tun als die Jahre verstreichen lassen – ausser vielleicht bei einem Kursrutsch ein paar Aktien dazulegen. Mit einem Dividendenwachstum, das die Inflationsrate übertrifft, schlagen sie der Geldentwertung ein Schnippchen.

Und darauf sollten Sie achten

Wenn Sie einen geeigneten Dividendenzahler suchen, achten Sie auf Folgendes

Vorsicht ist geboten, wenn

Ein erfolgreiches 2012

Liebe Leserinnen, liebe Leser, ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches 2012, ein ruhiges Händchen beim Investieren und den Genuss einer reichhaltigen Dividende!

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte: Die im Beitrag erwähnte Zurich Financial wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von der Börsenfrau gehalten.

 

Wie angelt man sich einen Blue Chip günstig?

Schweizer Unternehmen und Anleger in Schweizer Aktien leiden zusehends unter dem aktuell starken Frankenkurs. Doch man kann als Franken-Anleger davon auch profitieren.

Lonza macht es vor

Man kann es wie Lonza machen. Lonza rechnet in diesem Jahr mit einem Währungsverlust in Höhe von 60 bis 70 Mio CHF. Die Kosten im Unternehmen fallen in Franken an, die Einnahmen dagegen weitgehend in Dollar bzw. Euro. Wie löst der Pharmazulieferer nun das Problem? Er geht auf Einkaufstour ins Ausland und kauft sich ein zweites starkes Geschäftsbein. Für 1,4 Mrd US$ will Lonza die amerikanische Arch Chemicals übernehmen. Lonza schlägt so zwei Fliegen mit einem Schlag: Erstens macht das neue Geschäftsbein Lonza zum Marktführer für Biozides und weniger abhängig vom volatilen Pharmageschäft. Und zweitens ist der US-Dollar billig und mit dem US-Geschäft fallen weniger Kosten in Franken an.

Ein Blue-Chip für Franken-Anleger

Dem Beispiel Lonza kann man als Anleger folgen. Man shoppt einfach Aktien im Ausland. Attraktiv sehen z.B. britische Aktien aus. Denn: das Britische Pfund hat allein in diesem Jahr gegenüber dem Schweizer Franken rund 20% verloren. Vielleicht lässt sich so günstig ein Blue Chip finden?

BHP Billiton günstig mit Schweizer Franken kaufen

Fündig bin ich im Rohstoff-Sektor geworden. Wie man es bei Blue Chips häufig kennt, ist ein Aufpreis für die Qualität im Aktienkurs enthalten. So auch bei BHP Billiton, ein Rohstoff-Titel mit höchst attraktiven Margen. Die Aktie bietet sich zudem nach dem aktuellen Kursrückgang mit einer Einstiegsrendite von rund 11% an. Für einen Schweizer Anleger, der an der Londoner Börse kauft, ist der Einstieg aber noch attraktiver. Es dürfte nämlich ein satter Währungsgewinn winken.

Hinweis: Die Informationen stellen kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich Informationszwecken.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte: Die im Beitrag erwähnte Lonza wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von der Börsenfrau gehalten.

 

Contrarian Investments im SPI, Depot-Update – 36. Woche

Eine Leserin wünschte sich, dass ich doch wieder einmal die Contrarian Investments aktualisiere. Aber gerne!

Wie sieht’s also aus?

Die Depots bestehen nun seit 36 Wochen. Depot 1 und Depot 3 haben weiter zugelegt: Depot 1 rentiert mit 21,24% (annualisiert: 30,76%). Der Dividendenregen wird in den nächsten Monaten eintreffen. Depot 3 glänzt mit 29,12% (annualisiert: 42,17%).

Nicht vorwärts geht es mit Depot 2 bzw. mit dem alleinigen Wert Novartis. Die Performance ist im Vergleich zum Halbjahresergebnis zurückgegangen und beträgt nur noch 4,52% (annualisiert: 6,55%). Die Dividenden im März dürften zumindest ein paar Renditepunkte hinzufügen. Mr. Market hält also weiterhin den Daumen für Pharma-Aktien gesenkt. Zu Recht oder Unrecht? Ich halte dagegen.

Zur Information für neue Leser

Am 8. Juni 2010 habe ich unterbewertete Aktien aus dem SPI nach dem Ansatz David Dremans gefiltert und drei Depots daraus erstellt. Die Wochenschlusskurse und die Entwicklung ab Kauf habe ich in den ersten sechs Monaten jeweils zum Wochenende veröffentlicht. Aussagekräftig war schon das Halbjahresergebnis. Der Renditevergleich mit dem SPI zum Kalenderjahrende 2010 zeigte dann deutlich die Stärke der Contrarian Investments gegenüber dem SPI.

Aufbau der Beobachtungslisten

Performance der Auswahl 1

Das Portfeuille weist seit Kauf ein Plus von 21,24% auf.

Nochmals zur Erinnerung: In dieser Auswahl befinden sich Werte mit dem niedrigsten KGV, KBV, KCV und der höchsten Dividendenrendite aller Werte im SPI am 8.6.10.

Kauf am 08-06-10 Anzahl Aktie Kaufpreis à Aktie Kurs aktuell Wert aktuell Performance seit Kauf
Cham Paper Group Holding 48 220,00 222,00 10’656,00 +96,00 CHF
+0,91%
Jungfraubahn Holding AG (N) 200 51,05 56,05 11’210,00 +1’000,00 CHF
+9,79%
Novartis AG (N) 195 51,95 54,30 10’588,00 +458,25 CHF
+4,52%
Valora Holding AG 40 253,50 344,00 13’760,00 +3’620,00 CHF
+35,70%
Walter Meier 80 130,50 202,50 16’200,00 +5’760,00 CHF
+55,17%
Geamt Kaufpreis Gesamt aktuell Gesamt
Performance
Depotwert 51’480,25 62’414,50 +10’934,25 CHF
+21,24%

Performance von Auswahl 2

Im Depot liegt nur ein Wert: Novartis. Die Aktie liegt seit Kauf mit 4,52% im Plus.

In dieser Auswahl befinden sich die Werte mit dem niedrigsten KGV, KBV, KCV, der höchsten Dividendenrendite mit einer Marktkapitalisierung von 1 Mrd CHF aller Werte im SPI am 8.6.10. Hierunter fiel nur ein Wert, und zwar Novartis.

Kauf am 08-06-10 Anzahl Aktie Kaufpreis à Aktie Kurs aktuell Wert aktuell Performance seit Kauf
Novartis AG (N) 195 51,95 54,30 10’588,50 +458,25 CHF
+4,52%
Geamt Kaufpreis Gesamt aktuell Gesamt
Performance
Depotwert 10’130,25 10’588,50 +458,25 CHF
+4,52%

Performance von Auswahl 3

Das Gesamtdepot legt ein deutliches Plus vor, und zwar 29,12%.

In dieser Auswahl befinden sich die Werte mit dem niedrigsten KGV, KBV, KCV mit einer Marktkapitalisierung von 1 Mrd CHF aller Werte im SPI ohne Berücksichtigung von Dividenden am 8.6.10. Aryzta hat sich verabschiedet und Holcim Platz gemacht. Der Tausch hat Kosten von rund 100 CHF verursacht.

Kauf am 08-06-10 Anzahl Aktie Kaufpreis à Aktie Kurs aktuell Wert aktuell Performance seit Kauf
Clariant AG (N) 760 13,13 15,70 11’932,00 +1’953,20 CHF
+19,57%
Forbo International S.A. (N) 24 418,25 640,00 15’360,00 +5’3220,00 CHF
+53,02%
Holcim Ltd. 160 62,95 71,15 11’384,00 +1’312,00 CHF
+13,03%
Lonza Group AG (N) 135 74,55 81,70 10’759,50 +965,25 CHF
+9,59%
Novartis AG (N) 195 51,95 54,30 10’588,00 +458,25 CHF
+4,52%
Transocean 195 51,90 79,20 15’444,00 +5’323,50 CHF
+52,60%
Xstrata plc 660 15,25 21,95 14’487,00 +4’422,00 CHF
+43,93%
Aryzta-Verkauf 40,30 43,75 862,50 +762,50 CHF
+7,57%
Gesamt Kaufpreis Gesamt aktuell Gesamt
Performance
Depotwert 70’468,80 90’987,50 +20’518,70 CHF
+29,12%

Dividenden wieder en vogue

Es sieht so aus, als ob sich Anleger und Unternehmen wieder auf Bewährtes besinnen. Nicht ausschliesslich Aktienrückkäufe sind mehr gefragt, der Trend geht hin zur Dividende. So plant Transocean in diesem Jahr eine Ausschüttung von 750 Mio US$ und in 2012 und 2013 jeweils 1 Mrd US$. Sieht man einmal von der bereits 2010 angekündigten Nennwertrückzahlung ab, die die Schweizer Behörden jedoch blockierten, sind es die ersten Dividendenzahlungen seit 2002.

17 CHF – das Angebot der Zurich Financial

Die Zurich Financial zahlt 2011 eine satte Dividende von 17 CHF je Aktie (VJ: 16 CHF). Das entspricht einer Rendite – je nach Einstieg in die Aktie – zwischen 6 bis über 7%. Hier bringt uns dann sogar eine nur jährliche geringe Kurssteigerung von 5 bis 6% auf eine Gesamtrendite von 12% p.a.

Im Durchschnitt kommt die Hälfte aus der Dividende

Vitaliy N. Katsenelson untersuchte in Active Value Investing: Making Money in Range-Bound Markets (Wiley Finance) über den Zeitraum 1900 bis 2000 die Herkünfte von Aktienrenditen im S&P 500. Sein Fazit: Im Durchschnitt stammten 45% der Gesamtrendite – Kurssteigerung und Dividende – aus den Dividendenzahlungen. In Bullenmärkten lag dabei die Rendite allerdings nur bei 19%, in Seitwärtsmärkten aber bei sage und schreibe bei 90%.

Geht man davon aus, dass sich die Rendite immer wieder dem Durchschnittswert nähert, scheint das Pendel also hin zu mehr Dividende zu schlagen. Tja, auch in meinem Aktiendepot widerspiegelt sich das: Insgesamt liegt das Payout-Ratio inzwischen bei 41%.

Lesenswert zum Thema auch der Post Dividende oder Aktienrückkauf? auf dem financeBLOG.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte: Die im Beitrag erwähnten Aktien werden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von der Börsenfrau gehalten.