Die Bilanz: Das Asset-Play (Buchwert)

Liebe Leserin, lieber Leser, kann ich Sie zu einem Spiel überreden? Einverstanden? Okay, dann spielen wir das Asset-Play. Wie es funktioniert, erkläre ich gleich. Aber vorher lassen wir Peter Lynch zu Wort kommen.

An asset play is any company that’s sitting on something valuable that you know about, but that the Wall Street crowd has overlooked.

Ein Asset-Play ist ein Unternehmen, das auf etwas Wertvollem sitzt, etwas was die Wall-Street-Meute übersehen hat, aber Sie dagegen erkannt haben.

Peter Lynch

Rechte an den Ressourcen der Ländereien
Peter Lynch spielt hier auf die damaligen Eisenbahn-Aktien an. Diese Eisenbahn-Unternehmen besaßen nämlich nicht nur Ländereien, sondern hielten infolgedessen auch die Rechte an deren Öl- und Gasvorkommen sowie an deren Ressourcen und Wäldern.

Vermögenswert gleicht einem Sicherheitsnetz
Ein Vermögenswert gleicht einem Sicherheitsnetz. Wer z.B. 2008 das Asset-Play richtig gespielt hatte, der konnte den Downturn weitaus besser meistern als andere. Wen wundert’s, hat doch Benjamin Graham aufgrund seiner Erfahrungen in der Großen Depression den Vermögenswert eines Unternehmens in den Fokus gestellt.

In der Bilanz graben
Beim Asset-Play graben wir in der Bilanz. Keine Angst: Wir graben nur das Wichtigste aus. Wir machen es praktisch wie Peter Lynch mit den Geschäftsberichten:

… es gibt einen Weg, innerhalb weniger Minuten aus einem Geschäftsbericht alles Nötige herauszuholen, und länger beschäftige ich mich sowieso nicht mit ihnen.

Na, das wollen wir auch versuchen. Schauen wir uns einmal das Schema einer Bilanz (verkürzt) an:

Aktiva Passiva
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielles Anlagevermögen I. Gezeichnetes Kapital
II. Sachanlagen II. Kapitalrücklage
III. Finanzanlagen III. Gewinnrücklagen
IV. Gewinn- /Verlustvortrag
V. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
B. Umlaufvermögen B. Rückstellungen
I. Vorräte C. Verbindlichkeiten
II. Forderungen + sonst. Vermögen
III. Wertpapiere
IV. Flüssige Mittel
C. Akt. Rechnungsabgrenzung D. Pass. Rechnungsabgrenzung
Summe Aktiva Summe Passiva


Buchwert nach Graham

Und wenden wir uns zuerst dem Buchwert zu. Der Buchwert gibt uns Auskunft über das tatsächliche Vermögen des Unternehmens, also was wir für unser Geld bekommen. Und hey … der Buchwert ist sozusagen der Boden einer Aktie. Denn: Der Buchwert ist der Preis, unter den der Intrinsische Wert nie fallen kann. Bitte beachten: Buchwert (historische Daten) und Intrinsischer Wert (Schätzung) sind zwei Paar Stiefel.

Im aktuellen Börsengeschehen macht es demnach Sinn, auf den Buchwert zu achten.

Berechnung des Buchwerts
Zur Berechnung des Buchwerts nehmen wir die drei fett gedruckten Posten aus der Bilanz und außerdem die Anzahl der ausgegebenen Stammaktien. Die Formel lautet:

Buchwert je Aktie = (Summe Aktiva Рimmaterielles Anlageverm̦gen РVerbindlichkeiten) ./. Aktienanzahl


So, das ging doch schnell, oder nicht? Ja, ich gebe zu, das ist nur der Anfang des Spiels. Wir brauchen noch ein paar mehr Züge, um zu einem soliden Ergebnis zu kommen. Aber das kriegen wir genauso schnell hin. Versprochen!

Über die Börsenfrau

Als Initiatorin des Projekts möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Gertraud Pourheidari. Von Beruf bin ich Übersetzerin. Mit Aktien hatte ich zunächst wenig zu tun. Nur im Alter von 18 Jahren streifte mich das Thema kurzzeitig; doch leider liess ich es mir viel zu leicht ausreden, denn schliesslich war das damals "für Frauen kein Beschäftigungsfeld". 1996 kaufte ich meine ersten Aktien. Ich erlebte die Euphorie während der Technologiehausse und den anschliessenden tiefen Absturz des Neuen Marktes - Schlüsselerlebnisse, die Fragen und Nachforschungen nach sich zogen. So tauchte ich tiefer in die faszinierende Welt der Kapitalanlage ein. Heute berate ich das Rohstoff-Strategiedepot des Stuttgarter 0711-Aktienclubs , erstelle Unternehmensanalysen und konzipiere Börsenpublikationen zum Thema Kapitalanlage für Die Aktien-Analyse und Strategisches Investieren. Das Handwerkszeug habe ich mir in Seminaren, amerikanischen Online-Workshops und autodidaktisch angeeignet. In der Unternehmensanalyse erhielt ich meine praktische Ausbildung von Gelfarth & Dröge Research, Hattingen. Journalistische und publizistische Kenntnisse erwarb ich über die Zusammenarbeit mit dem Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn. Gertraud Pourheidari
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3 Antworten zu Die Bilanz: Das Asset-Play (Buchwert)

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