Die Bilanz: Das Asset-Play (Buchwert II)

Haben Sie Lust auf eine weitere Partie Asset-Play? Prima, dann legen wir los!

Hier zunächst unser Spielfeld, die Bilanz (verkürzt). Die Posten, die uns interessieren, sind fett gedruckt.

Aktiva Passiva
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielles Anlagevermögen I. Gezeichnetes Kapital
II. Sachanlagen II. Kapitalrücklage
III. Finanzanlagen III. Gewinnrücklagen
IV. Gewinn- /Verlustvortrag
V. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
B. Umlaufvermögen B. Rückstellungen
I. Vorräte C. Verbindlichkeiten
II. Forderungen + sonst. Vermögen
III. Wertpapiere
IV. Flüssige Mittel
C. Akt. Rechnungsabgrenzung D. Pass. Rechnungsabgrenzung
Summe Aktiva Summe Passiva


Im letzten Beitrag haben wir den Buchwert nach Graham ermittelt. Sicher ist Ihnen dabei aufgefallen, dass der Buchwert nach Graham das immaterielle Anlagevermögen herausrechnet. Es gibt weitere Berechnungsarten und zum immateriellen Anlagevermögen differenzierte Sichtweisen, aber dazu ein anderes Mal.

Vorrangige Wertpapiere
Zusätzlich: Findet sich unter Eigenkapital noch ein Posten mit vorrangigen Wertpapieren, ziehen wir diesen ebenfalls ab. Uns interessiert schließlich nur, was für uns Aktionäre tatsächlich übrig bleibt. Also ergänzen wir die Formel entsprechend:

Buchwert je Aktie = (Aktiva Рimmaterielles Anlageverm̦gen РVerbindlichkeiten РVorrangige Wertpapiere) ./. Aktienanzahl


Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Nachdem wir den Buchwert je Aktie nach Graham ermittelt haben, schauen wir doch gleich, ob unser ermittelter Wert höher oder niedriger liegt als der aktuelle Aktienkurs. Das geht ganz fix: Wir setzen den ermittelten Buchwert je Aktie ins Verhältnis zum Aktienkurs. Die Formel lautet:

Kurs-Buchwert-Verhältnis = Kurs je Aktie ./. Buchwert je Aktie


Für Schnäppchenjäger: KBV unter 1

Ein niedriges KBV deutet folglich daraufhin, dass das Unternehmen günstig bewertet ist. Liegt das KBV unter 1 können wir die Aktie des Unternehmens sogar mit Discount kaufen.

In Boom-Phasen findet man solche Schnäppchen selten. In der Regel ist das Verhältnis größer als 1. Doch während einer Baisse – und je ausgeprägter, umso mehr – serviert uns Mr. Market phantastische Unterbewertungen.

Noch Zweifel am Buchwert?

Über die Börsenfrau

Als Initiatorin des Projekts möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Gertraud Pourheidari. Von Beruf bin ich Übersetzerin. Mit Aktien hatte ich zunächst wenig zu tun. Nur im Alter von 18 Jahren streifte mich das Thema kurzzeitig; doch leider liess ich es mir viel zu leicht ausreden, denn schliesslich war das damals "für Frauen kein Beschäftigungsfeld". 1996 kaufte ich meine ersten Aktien. Ich erlebte die Euphorie während der Technologiehausse und den anschliessenden tiefen Absturz des Neuen Marktes - Schlüsselerlebnisse, die Fragen und Nachforschungen nach sich zogen. So tauchte ich tiefer in die faszinierende Welt der Kapitalanlage ein. Heute berate ich das Rohstoff-Strategiedepot des Stuttgarter 0711-Aktienclubs , erstelle Unternehmensanalysen und konzipiere Börsenpublikationen zum Thema Kapitalanlage für Die Aktien-Analyse und Strategisches Investieren. Das Handwerkszeug habe ich mir in Seminaren, amerikanischen Online-Workshops und autodidaktisch angeeignet. In der Unternehmensanalyse erhielt ich meine praktische Ausbildung von Gelfarth & Dröge Research, Hattingen. Journalistische und publizistische Kenntnisse erwarb ich über die Zusammenarbeit mit dem Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn. Gertraud Pourheidari
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4 Antworten zu Die Bilanz: Das Asset-Play (Buchwert II)

  1. Holger sagt:

    Tolle Serie. Ich habe mal die wenigen Leser meines kleinen Blogs darauf hingewiesen, das hoffentlich irgendwann auch mal so gut wird wie dieses hier. 🙂

    Wie wird’s denn weitergehen mit der Serie?

  2. @Holger, vielen Dank für das schöne Feedback! Das beflügelt! 🙂

    Wie’s weitergeht? Als nächstes schauen wir uns die Verschuldung an und untersuchen, ob das Unternehmen liquide ist. Der Liquidationswert wird auch ein Thema werden.

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