Dividenden wieder en vogue

Es sieht so aus, als ob sich Anleger und Unternehmen wieder auf Bewährtes besinnen. Nicht ausschliesslich Aktienrückkäufe sind mehr gefragt, der Trend geht hin zur Dividende. So plant Transocean in diesem Jahr eine Ausschüttung von 750 Mio US$ und in 2012 und 2013 jeweils 1 Mrd US$. Sieht man einmal von der bereits 2010 angekündigten Nennwertrückzahlung ab, die die Schweizer Behörden jedoch blockierten, sind es die ersten Dividendenzahlungen seit 2002.

17 CHF – das Angebot der Zurich Financial

Die Zurich Financial zahlt 2011 eine satte Dividende von 17 CHF je Aktie (VJ: 16 CHF). Das entspricht einer Rendite – je nach Einstieg in die Aktie – zwischen 6 bis über 7%. Hier bringt uns dann sogar eine nur jährliche geringe Kurssteigerung von 5 bis 6% auf eine Gesamtrendite von 12% p.a.

Im Durchschnitt kommt die Hälfte aus der Dividende

Vitaliy N. Katsenelson untersuchte in Active Value Investing: Making Money in Range-Bound Markets (Wiley Finance) über den Zeitraum 1900 bis 2000 die Herkünfte von Aktienrenditen im S&P 500. Sein Fazit: Im Durchschnitt stammten 45% der Gesamtrendite – Kurssteigerung und Dividende – aus den Dividendenzahlungen. In Bullenmärkten lag dabei die Rendite allerdings nur bei 19%, in Seitwärtsmärkten aber bei sage und schreibe bei 90%.

Geht man davon aus, dass sich die Rendite immer wieder dem Durchschnittswert nähert, scheint das Pendel also hin zu mehr Dividende zu schlagen. Tja, auch in meinem Aktiendepot widerspiegelt sich das: Insgesamt liegt das Payout-Ratio inzwischen bei 41%.

Lesenswert zum Thema auch der Post Dividende oder Aktienrückkauf? auf dem financeBLOG.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte: Die im Beitrag erwähnten Aktien werden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von der Börsenfrau gehalten.

Veröffentlicht von

die Börsenfrau

Als Initiatorin des Projekts möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Gertraud Pourheidari. Von Beruf bin ich Übersetzerin. Mit Aktien hatte ich zunächst wenig zu tun. Nur im Alter von 18 Jahren streifte mich das Thema kurzzeitig; doch leider ließ ich es mir viel zu leicht ausreden, denn schließlich war das damals "für Frauen kein Beschäftigungsfeld". 1996 kaufte ich meine ersten Aktien. Ich erlebte die Euphorie während der Technologiehausse und den anschließenden tiefen Absturz des Neuen Marktes - Schlüsselerlebnisse, die Fragen und Nachforschungen nach sich zogen. So tauchte ich tiefer in die faszinierende Welt der Kapitalanlage ein. Heute berate ich das Rohstoff-Strategiedepot des Stuttgarter 0711-Aktienclubs , erstelle Unternehmensanalysen und konzipiere Börsenpublikationen zum Thema Kapitalanlage für Die Aktien-Analyse und Strategisches Investieren. Das Handwerkszeug habe ich mir in Seminaren, amerikanischen Online-Workshops und autodidaktisch angeeignet. In der Unternehmensanalyse erhielt ich meine praktische Ausbildung von Gelfarth & Dröge Research, Hattingen. Journalistische und publizistische Kenntnisse erwarb ich über die Zusammenarbeit mit dem Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn. Gertraud Pourheidari

2 Gedanken zu „Dividenden wieder en vogue“

  1. Machst sich etwa ein kleiner Aufwärttrend bemerkbar? Ich sag nur Alno-AG… Das dürfte wohl reichen. Mal sehen wie es weitergeht. Ich denke es wird noch ein langer Weg und zwar für uns alle!

    Ich finde es zudem außerordentlich bemerkenswert, dass endlich einmal ein Börsen-/Wirtschaftsblog speziell für die „Frau“ erstellt wurde! Kompliment!

  2. @Sabine
    Ob Frauen die besseren Investoren sind? Zumindest was die emotionale Komponente beim Trading betrifft, haben Frauen wohl einen kleinen Vorteil.

    Und Dividenden sind eben auch nichts für Spekulaten, die nur auf schnelle Kursgewinne aus sind.

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