Auf besonderen Wunsch baut die Börsenfrau® ein englisch-deutsches Glossar für Bilanz- und Finanzbegriffe auf. Vorschläge bitte über das Kontaktformular.
24. September 2009 die Börsenfrau
Autsch! Wenn der Aktienkurs richtig nach unten rauscht, dann haben Sie vielleicht eine zyklische Aktie erwischt.
Heftige Kursausschläge
Zyklische Werte schlagen heftig aus. Eine zyklische Branche expandiert und schrumpft in regelmäßigen Abständen – manchmal in einem längeren, manchmal in einem kürzeren Rhythmus. Denn: Zykliker sind von der Konjunktur abhängig.
Frühzykliker – Spätzykliker
Dabei beginnen Frühzykliker – die ersten stammen aus dem Rohstoffbereich – bereits schon zu steigen, wenn erste positive Signale für ein eventuelles Ende der Rezession ausgesendet werden. Spätzykliker aus der Automobil- oder Luftfahrtindustrie dagegen folgen meist erst in der letzten Phase eines Konjunkturaufschwungs.
Hohe Gewinne, aber auch hohe Verluste
Mit Zyklikern kann man schnell viel gewinnen, aber auch schnell viel verlieren. Deshalb sollten Sie Anlage-Erfahrung mitbringen sowie Kenntnisse der jeweiligen Branche besitzen. Nur so können Sie den in aller Regel schwierigen rechtzeitigen Aus- bzw. Einstieg meistern.
Keine Buy-and-Hold-Aktien
Zykliker sind keine Buy-and-Hold-Aktien. Timing ist hier alles.
Zyklische Bergbauunternehmen
Beispiele für Frühzykliker finden Sie in der Bergbau-Branche. So waren auch die Minenhäuser die ersten, die nach dem letzten Crash kräftig stiegen.
Hier als Beispiel die Kursentwicklung von Xstrata (schwarz) vs S&P 500 (braun) während des letzten Crashs …
… und die Entwicklung in diesem Jahr:
Und wenn Sie sich nun den 6-Monats-Chart unten betrachten, dann sehen Sie, welche Zykliker nun beginnen zu steigen: Industrie- und Maschinenbauwerte.
Hier als Beispiel Sulzer (schwarz) vs S&P 500 (braun):
Chartzusammenstellung über BigCharts
Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte: Die im Beitrag erwähnten Aktien werden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von der Börsenfrau gehalten.
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15. September 2009 die Börsenfrau
Heute geht es um Peter Lynchs Lieblinge: die wachstumsstarken Aktien. Hier findet Peter Lynch seine Tenbagger, Twentybagger oder sogar 200-Bagger.
In einem kleinen Depot kann Ihnen mit einer oder zwei dieser Aktien der große Wurf gelingen.
Peter Lynch
Wachstumsraten von 20 bis 25%
Zu den wachstumsstarken Aktien gehören Unternehmen, die mit 20 bis 25% jährlich wachsen. Meist handelt es sich um kleine oder aggressiv expandierende Unternehmen.
Sie können, müssen aber nicht, aus der Wachstumsindustrie stammen. Peter Lynch bevorzugt sogar eher solche, die aus einer langsam wachsenden Branche heraus expandieren.
Starkes Wachstum, aber mehr Risiko
Eines jedoch haben kleine und aggressiv wachsende Unternehmen gemeinsam: Sie bergen mehr Risiko in sich. Besonders wenn sie mit wenig Kapital ausgestattet sind. Kommt das Wachstum nur leicht ins Stottern, werden sie umgehend von der Börse abgestraft.
In Krisenzeiten werden Aktien kleiner Gesellschaften von der Börse eher gemieden. Eine geringe Kapitalausstattung kann hier eben schneller zu Engpässen führen.
Deshalb sollte man Peter Lynchs Worte beherzigen:
Ich suche mir diejenigen heraus, deren Bilanzen in Ordnung sind und die kräftige Profite erzielen. Der Trick dabei ist, herauszufinden, wieviel das Wachstum Wert ist und wann es zu Ende gehen wird.
Peter Lynch
Der besondere Charme
Für Privatanleger haben solche kleinen Aktien einen besonderen Charme. Wer vertiefen möchte: Auf meiner Website finden Sie einen Fragenkatelog für attraktive Investments.
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4. September 2009 die Börsenfrau
Setzen wir heute unsere Grundlagen-Reihe fort und schauen uns die Aktienkategorien weiter an.
Drei Arten von Wachstum
Jeder Anlagestratege setzt unterschiedliche Schwerpunkte bei der Auswahl der Aktien. Peter Lynch legt vor allem Wert auf Wachstum. Und so reihen sich in seine sechs Aktienkategorien auch gleich drei Arten von Wachstumsaktien ein. Die Kategorie der wachstumsschwachen Aktien haben wir bereits besprochen. Schauen wir uns heute die nächste Wachstumsaktie an.
Stetiges Wachstum
Zu diesem Aktientyp gehören Unternehmen, die über den Daumen gepeilt jährlich im Bereich um 10% wachsen. Und das ziemlich kontinuierlich. Hier finden wir Unternehmen, wie Nestlé, Coca-Cola, Procter & Gamble usw., eben jene Verbrauchermonopole, die Warren Buffett so liebt.
Vor- und Nachteile
Rasant hohe Kursgewinne sind bei Aktien solcher Unternehmen nicht unbedingt zu erwarten. Doch die Aktienkurse haben eine gewisse Konstanz und halten sich während eines Börsencrashs besser als andere Titel. Peter Lynch belässt deshalb immer einige Aktien dieser Kategorie in seinem Portfolio. Doch im Gegensatz zu Warren Buffett, der seine Positionen an Verbrauchermonopolen dauerhaft hält, schlägt Peter Lynch solche Positionen schneller um.
Tipp: Um gute Kursgewinne bei Aktien stetig wachsender Unternehmen zu erzielen, kaufen Sie nur, wenn der Aktienkurs deutlich unter seinem durchschnittlichen Marktpreis liegt.
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10. August 2009 die Börsenfrau
Zyklisch oder stetig wachsend? Vielleicht ganz rasant wachsend? Ja, was denn nun?
Aktienkategorien
Aktie ist nicht gleich Aktie. Die einen schwanken mit dem Konjunkturzyklus, die anderen entwickeln sich langsam, aber stetig. Und das müssen Sie erkennen.
Aktientyp identifizieren
Haben Sie einmal den Charakter Ihrer Aktie identifiziert, wissen Sie, was Sie von der Aktie erwarten und wie Sie sie am besten beurteilen können.
Peter Lynch unterteilt Aktien in sechs Kategorien:
Nachdem ich die Größe eines Unternehmens im Vergleich zu anderen derselben Branche beurteilt habe, ordne ich es als nächstes in eine der folgenden sechs grundlegenden Aktienkategorien ein: wachstumsschwache, stetig wachsende, wachstumsstarke, zyklische, substanzspekulative oder Turnaroundwerte.
Schauen wir uns deshalb einmal die verschiedenen Kategorien der Reihe nach an. Fangen wir mit den Wachstumsaktien an. Als Benchmark nehmen wir das Wachstum der Gesamtwirtschaft, z. B. das BIP.
Wachstumsschwache Aktien
Auch stark wachsende Unternehmen und/oder Branchen verlieren irgendwann einmal ihren Schwung. Das Wachstum verlangsamt sich. Es pendelt sich bei der Wachstumsrate der Gesamtwirtschaft ein bzw. liegt etwas höher. Große, alte Unternehmen finden wir in dieser Kategorie.
Weitere Merkmale für Wachstumsschwäche
Neben den geringen Wachstumsraten können wir wachstumsschwache Unternehmen auch an der hohen Dividendenrendite erkennen. Warum? Da die wachstumsstarke Zeit hinter ihnen liegt, in der die Gewinne hauptsächlich in Expansion gesteckt werden, kann das Unternehmen seinen Aktionären einen größeren Teil vom Kuchen ausschütten.
Beispiel: Zurich Financial
Beispiel für diese Kategorie ist die Zurich Financial. Ein altes Unternehmen (gegründet 1872) mit niedriger Wachstumsrate und einer hohen Dividendenausschüttung.
Tipp: Wenn die Wachstumsrate das BIP und den Branchendurchschnitt um ein paar Prozentpunkte übersteigt, kann der Langweiler durchaus interessant sein.
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27. Juli 2009 die Börsenfrau
Das Airbag-System beim Aktienkauf heißt Margin of Safety. Es ist das zentrale Konzept aller Value-Investoren.
Wie funktioniert es?
Nehmen wir einmal an, dass wir den Unternehmenswert einer Aktie mit etwa 54 EUR eingeschätzt haben und die Aktie wird an der Börse mit einem Kurswert von etwa 45 EUR angeboten. Hmm, das schaut doch schon mal nicht schlecht aus. Das könnten 20% Rendite werden …
Was aber …
Was aber ist, wenn wir uns bei unserer Berechnung verschätzt haben? Oder sich die Gewinne langsamer entwickeln als gedacht?
Benjamin Grahams Anlagekonzept
Dieses Problem hat Benjamin Graham mit dem Konzept “Margin of Safety” gelöst. Dieses Anlagekonzept war für ihn zentral und entscheidend für eine erfolgreiches Aktieninvestment. Es geht ganz einfach:
Um sich weitgehend vor Verlusten zu schützen, kalkuliert man beim Aktienkauf eine Sicherheitsmarge ein, also einen Abschlag vom errechneten Unternehmenswert. Wichtig dabei ist, dass der Abschlag umso höher ausfällt, je schwieriger die Cashflows vorhersehbar sind.
Stabil mit “Economic Moat”
Nehmen wir unser Beispiel. Ist unsere Aktie der Anteilsschein eines Unternehmens mit sehr stabilen Cashflows und einem “Economic Moat”, dann reicht uns ein Abschlag von rund 20% aus. Wir würden also warten, bis die Aktie 43 EUR kostet und sie dann kaufen.
Zyklisch oder hoch-riskant
Handelt es sich aber bei unserer Aktie um den Anteilsschein eines stark zyklischen oder hoch-riskanten Unternehmens, ist ein weit höherer Abschlag notwendig – etwa bis 60%. Unsere Aktie müsste also unter 22 EUR fallen, bevor wir in dieses Unternehmen überhaupt investieren würden.
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22. Juli 2009 die Börsenfrau
Kurswert und Unternehmenswert – das waren unsere bisherigen Themen zur Aktie.
Wie bekommen wir diese beiden Werte nun unter einen Hut? Schauen wir noch einmal kurz die Preisfindung des jeweiligen Wertes an.
Verkauf- und Kaufverhalten bestimmen den Kurswert
Der Kurswert wird bestimmt durch das Verkauf- und Kaufverhalten von Millionen Anlegern. Dabei wird aus den unterschiedlichsten Motiven verkauft oder gekauft.
Dazu Benjamin Graham:
Kurzfristig ist der Markt eine Abstimmungs-Maschine, …
Der Unternehmenswert ist weitgehend konstant, er hängt vom wirtschaftlichen Erfolg oder eventuell Misserfolg des Unternehmens ab.
… aber langfristig ist er eine Wertermittlungs-Maschine.
Dreh- und Angelpunkt ist der Unternehmenswert
Was liegt also näher, als den Unternehmenswert zum Dreh- und Angelpunkt einer Investmententscheidung zu machen. Und den Kurswert dagegen zum Timen der Kauf- bzw. Verkaufsentscheidung zu nutzen.
Das Timing
Liegt der Kurswert genügend weit unter dem Unternehmenswert, dann kaufen wir. Nähert sich der Kurswert dem Unternehmenswert dann ist ein Verkauf angezeigt.
Umgekehrt: Liegt der Kurswert über dem Unternehmenswert, warten wir einfach – bevor wir einsteigen – bis der Kurswert unter diesen fällt. Wir wissen ja, dass sich Unternehmenswert und Kurswert langfristig immer wieder angleichen.
Margin of Safety
Wir kaufen aber erst, wenn sich der Kurswert genügend weit unter dem Unternehmenswert eingependelt hat. Mit einem dem Unternehmen angepassten Abschlag (Margin of Safety – dazu im nächsten Post), können wir also weitgehend optimal den Ein- bzw. Ausstiegszeitpunkt timen.
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