Englisch-deutsches Glossar

Auf besonderen Wunsch baut die Börsenfrau® ein englisch-deutsches Glossar für Bilanz- und Finanzbegriffe auf. Vorschläge bitte über das Kontaktformular.

Die Bilanz: Liquidationswert

18. Juni 2009 die Börsenfrau

Dieser Artikel ist Teil 6 von 6 der Artikelreihe Die Bilanz

Jetzt wird’s spannend! Wagen wir uns ins Jagdrevier der Deep Value Investoren. Schauen wir uns den Liquidationswert an.

Reiche Beute für Deep Value Investoren
Deep Value Investoren haben dieses Jahr bereits reiche Beute aus diesem Revier eingeholt. So mancher Korb Net Nets konnte sich bereits ohne großes Risiko verdoppeln.

Seth Klarman zum Liquidationswert
Was ist der Liquidationswert? Lassen wir am besten Seth Klarman von Baupost Group zu Wort kommen:

Der Liquidationswert eines Unternehmens ist eine konservative Einschätzung des Wertes, bei dem nur materielles Vermögen berücksichtigt wird. Immaterielles und laufender Geschäftswert werden nicht berücksichtigt.

Eine Liquidationsanalyse ist eine theoretische Bewertungsübung, also gewöhnlich kein wirklicher Ansatz zur Werterkennung.

Das Vermögen eines Unternehmens ist normalerweise als Teil im laufenden Geschäftsprozesses mehr wert als in einer Liquidation. Deshalb entspricht der Liquidationswert im allgemeinen der Einschätzung eines Worst-Case Scenarios.

Seth Klarman, Margin of Safety: Risk-Averse Value Investing Strategies for the Thoughtful Investor.

Also machen wir zunächst wie immer die theoretische Übung. Ein aktuelles Beispiel folgt später.

Liquidation zum Fire-Sale-Preis
Brechen wir die Aktivposten auf ihren tiefsten Wert herunter, den wir bei einer Liquidation erzielen können. Und zwar bei einem Fire-Sale. Ein langsames Liquidationsverfahren interessiert uns hier nicht. D.h. wir nehmen zwar der theoretischen Übung wegen das langfristige Vermögen (Anlagevermögen) mit in die Betrachtung auf, aber während der aktuellen Jagd interessiert uns nur das kurzfristige Vermögen (Umlaufvermögen).

Neu Kalkulation der Buchwerte
Wie berechnen wir den Liquidationswert der einzelnen gebuchten Werte? Grundsätzlich werden sämtliche Verbindlichkeiten, da sie bezahlt werden müssen, zum vollständigen Buchwert berechnet. Für die Vermögenswerte müssen wir jedoch einen neuen Wert kalkulieren, abhängig davon, wie gut oder schlecht sich der einzelne Vermögenswert veräußern lässt. Dazu die folgende Tabelle:

Vermögenswerte Liquidationswert des Buchwerts Liquidationswert des Buchwerts, gemittelt
Umlaufvermögen
Flüssige Mittel 100% 100%
Wertpapiere (zum Marktwert) 100% 100%
Forderungen (minus übliche Reserven) 75-90% 80%
Vorräte (zu niedrigeren Kosten und Marktpreis) 50-75% 66 2/3%
Anlagevermögen
Immobilien, Gebäude, Maschinen, Ausrüstung, lf. Investments, immaterielle Werte, usw. 1-50% ca. 15%

-
Flüssige Mittel und Wertpapiere
Bei den flüssigen Mitteln und den Wertpapieren können wir einen Liquidationswert des gebuchten Wertes mit 100% annehmen. Denn diese Posten sind flüssig oder können sofort flüssig gemacht werden.

Forderungen aus Lieferung und Leistung
Bei Forderungen aus Lieferung und Leistung können wir je nach Sachlage einen Liquidationswert zwischen 75 bis 90% des gebuchten Wertes annehmen. Damit berücksichtigen wir, dass einige Forderungen eventuell nicht mehr beglichen werden. Je schwächer die Konjunkturlage, desto höher die Zahlungsausfälle und desto niedriger sollte der Liquidationswert angesetzt werden.

Vorräte
Bei den Vorräten schätzen wir je nach Marktlage und Geschäftsmodell, wie gut und schnell oder wie schwierig und langsam diese veräußert werden können. Entsprechend schätzen wir den Liquidationswert ein.

Anlagevermögen
Das Anlagevermögen liquidieren wir nur zur Übung. Der Verkauf langfristiger Vermögenswerte ist ein längerer Prozess. Bei einem Fire-Sale fehlt dazu die Zeit.

So, das war die theoretische Übung. Im nächsten Beitrag gehen wir auf die Pirsch!

Ähnliche Beiträge

Kategorie Bilanzen, Grundlagen | 2 Kommentare »

Die Bilanz: Liquide oder nicht liquide?

29. Mai 2009 die Börsenfrau

Dieser Artikel ist Teil 5 von 6 der Artikelreihe Die Bilanz

Das ist die Frage. Vertiefen wir uns heute noch ein wenig in die Bilanz. Mit nur vier Checks! Mehr nicht! Einfach mal schauen, wie liquide das Unternehmen ist. Diese Ergebnisse und unsere Ergebnisse aus den vorangegangenen Beiträgen (siehe Bilanzserie) geben uns einen guten Einblick in die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens.

Der ultimative Test: der Liquidationswert
Fehlt uns danach einzig noch der ultimative Test: der Liquidationswert nach Graham. Hier ist unser unternehmerisches Denken gefordert. Aber dazu kommen wir im Schlussbeitrag. Für heute genügen uns die vier Checks.

Spielfeld Bilanz
Wie immer zunächst unser Spielfeld Bilanz. Posten, die uns interessieren, sind fett gedruckt.

Aktiva Passiva
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielles Anlagevermögen I. Gezeichnetes Kapital
II. Sachanlagen II. Kapitalrücklage
III. Finanzanlagen III. Gewinnrücklagen
IV. Gewinn- /Verlustvortrag
V. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
B. Umlaufvermögen B. Rückstellungen
I. Vorräte C. Verbindlichkeiten (Gesamt)
II. Forderungen + sonst. Vermögen I. Langfristige Verbindlichkeiten
III. Wertpapiere II. Kurzfristige Verbindlichkeiten
IV. Flüssige Mittel
C. Akt. Rechnungsabgrenzung D. Pass. Rechnungsabgrenzung
Summe Aktiva Summe Passiva

-
Das Spiel geht einfach: Wir überprüfen zuerst, ob das Unternehmen nicht zu viel Fremdkapital aufgenommen hat. Und anschließend testen wir in weiteren drei Checks, in welchen Fristigkeiten das Unternehmen Mittel zur Finanzierung locker machen kann.

Verhältnis Fremdkapital zu Eigenkapital
Die goldene Finanzierungsregel besagt, dass das Eigenkapital in etwa so hoch sein sollte wie das Fremdkapital, also etwa 50%. Ein ansonsten gesundes Unternehmen kann sich auch einen höheren Fremdkapitalanteil – bis zu 55% – leisten.  Ein konservativer Anleger achtet jedoch darauf, dass der Wert unter 50% bleibt.

Verhältnis Fremdkapital zu Eigenkapital % = (Verbindlichkeiten ./. Eigenkapital) *100

-
Liquidität checken
Um die Liquidität zu prüfen, können wir ganz einfach nach der Fristigkeit bzw. Flüssigkeit vorgehen.  Wir schauen uns an, wie die kurzfristigen Verbindlichkeiten bedient werden können. Einmal aus dem Barvermögen (flüssige Mittel plus Wertpapiere), das man am schnellsten flüssig machen kann. Zweitens aus dem Umlaufvermögen minus Vorräte. Hier sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eingeschlossen, da diese wiederum schneller flüssig gemacht werden können als Vorräte. Und drittens aus dem gesamten Umlaufvermögen.

Das Ergebnis des jeweiligen Verhältnisses vergleichen wir mit einem Richtwert. That’s it! So, nun liste ich am besten der Reihe nach die drei Checks auf.

Cash Ratio – Liquidität 1. Grades

Für ein positives Ergebnis sollte das Cash Ratio größer oder gleich 0.2 sein. Das Cash Ratio errechnen wir mit der folgenden Formel:

Cash Ratio = (Flüssige Mittel + Wertpapiere) ./. Kurzfristige Verbindlichkeiten

-
Quick Ratio (Acid Test) – Liquidität 2. Grades

Hier ist der Richtwert gleich oder größer 1. Die Formel dazu:

Quick Ratio = (Umlaufvermögen – Vorräte) ./. Kurzfristige Verbindlichkeiten

-
Current Ratio – Liquidität 3. Grades
Der Richtwert des Current Ratios ist gleich oder größer 2. Berechnet wird das Verhältnis mit dieser Formel:

Current Ratio = Umlaufvermögen ./. Kurzfristige Verbindlichkeiten

-
Wie Sie sehen, können wir mit ein paar wenigen Posten aus der Bilanz schon erste wesentliche Entscheidungen treffen. Und zwar

Und? Kann Sie eine Bilanz noch schrecken? Ich hoffe nicht.

Ähnliche Beiträge

Kategorie Bilanzen, Grundlagen | 0 Kommentare »

Die Bilanz: Working Capital

4. Mai 2009 die Börsenfrau

Dieser Artikel ist Teil 4 von 6 der Artikelreihe Die Bilanz

Lust auf eine weitere Runde Asset-Play? Ich freue mich besonders darauf, da ich aus Holgers Kommentar entnommen habe, dass er gerne mitspielt.

Spielfeld mit ergänzenden Bilanzposten
Also rollen wir wieder unser Spielfeld aus. Heute habe ich den Posten “Verbindlichkeiten” noch erweitert, und zwar in “I. Langfristige Verbindlichkeiten” und “II. Kurzfristige Verbindlichkeiten”.

Langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten
Zu den langfristigen Verbindlichkeiten zählen wir Verbindlichkeiten, die länger als ein Jahr laufen. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind jene Verbindlichkeiten, die innerhalb eines Jahres fällig werden.

Posten, die uns interessieren, sind wie immer fett gedruckt.

Aktiva Passiva
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielles Anlagevermögen I. Gezeichnetes Kapital
II. Sachanlagen II. Kapitalrücklage
III. Finanzanlagen III. Gewinnrücklagen
IV. Gewinn- /Verlustvortrag
V. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
B. Umlaufvermögen B. Rückstellungen
I. Vorräte C. Verbindlichkeiten
II. Forderungen + sonst. Vermögen I. Langfristige Verbindlichkeiten
III. Wertpapiere II. Kurzfristige Verbindlichkeiten
IV. Flüssige Mittel
C. Akt. Rechnungsabgrenzung D. Pass. Rechnungsabgrenzung
Summe Aktiva Summe Passiva

-
Nettoumlaufvermögen oder Working Capital
Ähnlich dem Buchwert berechnen wir auch das Nettoumlaufvermögen oder Working Capital. Das Working Capital ist eine wesentliche Kennzahl für ein sicheres Asset-Play. Denn das Working Capital zeigt uns, ob das Unternehmen seine aktuellen Zahlungsverpflichtungen aus den kurzfristigen (liquiden) Vermögenswerten erfüllen kann.

Working Capital = Umlaufvermögen – kurzfristige Verbindlichkeiten – vorrangige Wertpapiere

-
Das Working Capital je Aktie können wir ebenfalls ganz einfach berechnen, und zwar mit der folgenden Formel:

Working Capital je Aktie = (Umlaufvermögen – kurzfristige Verbindlichkeiten – vorrangige Wertpapiere) ./. Aktienanzahl

-
Benjamin Graham setzte auf Net Nets
Das Nettoumlaufvermögen spielte für Benjamin Graham eine herausragende Rolle. Er suchte Aktien, deren Börsenkurse unter dem Nettoumlaufvermögen je Aktie lagen, sogenannte Net Nets. Man findet sie vor allem in Zeiten von extremen Pessimismus. Mit solchen Net Nets hat Benjamin Graham während der Großen Depression ein Vermögen gemacht.

“Used Cigar Butt”-Methode
“Used Cigar Butt”-Methode, so nannte Warren Buffett diese Anlagemethode Benjamin Grahams. Dabei achtete Benjamin Graham hier weniger auf die Qualität der Unternehmen als auf die am Boden liegenden Aktienkurse. Um sich vor Ausfällen zu schützen, diversifizierte er sein Portfolio mit einer größeren Anzahl verschiedener Net Nets.

Net Net Asset Value je Aktie
Nach der Definition von Benjamin Graham soll der Börsenkurs ein Drittel unter dem Net Net Asset Value je Aktie liegen. Um den Net Net Asset Value je Aktie zu errechnen, verwendet man folgende Formel:

Net Net Asset Value je Aktie = (Umlaufvermögen – kurzfristige Verbindlichkeiten – langfristige Schulden) ./. Aktienanzahl

-

Hat da noch jemand Einwände gegen eine Baisse?

Ähnliche Beiträge

Kategorie Bilanzen, Grundlagen | 2 Kommentare »

Die Bilanz: Das Asset-Play (Buchwert II)

24. April 2009 die Börsenfrau

Dieser Artikel ist Teil 3 von 6 der Artikelreihe Die Bilanz

Haben Sie Lust auf eine weitere Partie Asset-Play? Prima, dann legen wir los!

Hier zunächst unser Spielfeld, die Bilanz (verkürzt). Die Posten, die uns interessieren, sind fett gedruckt.

Aktiva Passiva
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielles Anlagevermögen I. Gezeichnetes Kapital
II. Sachanlagen II. Kapitalrücklage
III. Finanzanlagen III. Gewinnrücklagen
IV. Gewinn- /Verlustvortrag
V. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
B. Umlaufvermögen B. Rückstellungen
I. Vorräte C. Verbindlichkeiten
II. Forderungen + sonst. Vermögen
III. Wertpapiere
IV. Flüssige Mittel
C. Akt. Rechnungsabgrenzung D. Pass. Rechnungsabgrenzung
Summe Aktiva Summe Passiva

-
Im letzten Beitrag haben wir den Buchwert nach Graham ermittelt. Sicher ist Ihnen dabei aufgefallen, dass der Buchwert nach Graham das immaterielle Anlagevermögen herausrechnet. Es gibt weitere Berechnungsarten und zum immateriellen Anlagevermögen differenzierte Sichtweisen, aber dazu ein anderes Mal.

Vorrangige Wertpapiere
Zusätzlich: Findet sich unter Eigenkapital noch ein Posten mit vorrangigen Wertpapieren, ziehen wir diesen ebenfalls ab. Uns interessiert schließlich nur, was für uns Aktionäre tatsächlich übrig bleibt. Also ergänzen wir die Formel entsprechend:

Buchwert je Aktie = (Aktiva – immaterielles Anlagevermögen – Verbindlichkeiten – Vorrangige Wertpapiere) ./. Aktienanzahl


Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Nachdem wir den Buchwert je Aktie nach Graham ermittelt haben, schauen wir doch gleich, ob unser ermittelter Wert höher oder niedriger liegt als der aktuelle Aktienkurs. Das geht ganz fix: Wir setzen den ermittelten Buchwert je Aktie ins Verhältnis zum Aktienkurs. Die Formel lautet:

Kurs-Buchwert-Verhältnis = Kurs je Aktie ./. Buchwert je Aktie


Für Schnäppchenjäger: KBV unter 1

Ein niedriges KBV deutet folglich daraufhin, dass das Unternehmen günstig bewertet ist. Liegt das KBV unter 1 können wir die Aktie des Unternehmens sogar mit Discount kaufen.

In Boom-Phasen findet man solche Schnäppchen selten. In der Regel ist das Verhältnis größer als 1. Doch während einer Baisse – und je ausgeprägter, umso mehr – serviert uns Mr. Market phantastische Unterbewertungen.

Noch Zweifel am Buchwert?

Ähnliche Beiträge

Kategorie Bilanzen, Grundlagen | 3 Kommentare »

Die Bilanz: Das Asset-Play (Buchwert)

30. März 2009 die Börsenfrau

Dieser Artikel ist Teil 2 von 6 der Artikelreihe Die Bilanz

Liebe Leserin, lieber Leser, kann ich Sie zu einem Spiel überreden? Einverstanden? Okay, dann spielen wir das Asset-Play. Wie es funktioniert, erkläre ich gleich. Aber vorher lassen wir Peter Lynch zu Wort kommen.

An asset play is any company that’s sitting on something valuable that you know about, but that the Wall Street crowd has overlooked.

Ein Asset-Play ist ein Unternehmen, das auf etwas Wertvollem sitzt, etwas was die Wall-Street-Meute übersehen hat, aber Sie dagegen erkannt haben.

Peter Lynch

Rechte an den Ressourcen der Ländereien
Peter Lynch spielt hier auf die damaligen Eisenbahn-Aktien an. Diese Eisenbahn-Unternehmen besaßen nämlich nicht nur Ländereien, sondern hielten infolgedessen auch die Rechte an deren Öl- und Gasvorkommen sowie an deren Ressourcen und Wäldern.

Vermögenswert gleicht einem Sicherheitsnetz
Ein Vermögenswert gleicht einem Sicherheitsnetz. Wer z.B. 2008 das Asset-Play richtig gespielt hatte, der konnte den Downturn weitaus besser meistern als andere. Wen wundert’s, hat doch Benjamin Graham aufgrund seiner Erfahrungen in der Großen Depression den Vermögenswert eines Unternehmens in den Fokus gestellt.

In der Bilanz graben
Beim Asset-Play graben wir in der Bilanz. Keine Angst: Wir graben nur das Wichtigste aus. Wir machen es praktisch wie Peter Lynch mit den Geschäftsberichten:

… es gibt einen Weg, innerhalb weniger Minuten aus einem Geschäftsbericht alles Nötige herauszuholen, und länger beschäftige ich mich sowieso nicht mit ihnen.

Na, das wollen wir auch versuchen. Schauen wir uns einmal das Schema einer Bilanz (verkürzt) an:

Aktiva Passiva
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielles Anlagevermögen I. Gezeichnetes Kapital
II. Sachanlagen II. Kapitalrücklage
III. Finanzanlagen III. Gewinnrücklagen
IV. Gewinn- /Verlustvortrag
V. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
B. Umlaufvermögen B. Rückstellungen
I. Vorräte C. Verbindlichkeiten
II. Forderungen + sonst. Vermögen
III. Wertpapiere
IV. Flüssige Mittel
C. Akt. Rechnungsabgrenzung D. Pass. Rechnungsabgrenzung
Summe Aktiva Summe Passiva


Buchwert nach Graham

Und wenden wir uns zuerst dem Buchwert zu. Der Buchwert gibt uns Auskunft über das tatsächliche Vermögen des Unternehmens, also was wir für unser Geld bekommen. Und hey … der Buchwert ist sozusagen der Boden einer Aktie. Denn: Der Buchwert ist der Preis, unter den der Intrinsische Wert nie fallen kann. Bitte beachten: Buchwert (historische Daten) und Intrinsischer Wert (Schätzung) sind zwei Paar Stiefel.

Im aktuellen Börsengeschehen macht es demnach Sinn, auf den Buchwert zu achten.

Berechnung des Buchwerts
Zur Berechnung des Buchwerts nehmen wir die drei fett gedruckten Posten aus der Bilanz und außerdem die Anzahl der ausgegebenen Stammaktien. Die Formel lautet:

Buchwert je Aktie = (Summe Aktiva – immaterielles Anlagevermögen – Verbindlichkeiten) ./. Aktienanzahl

-
So, das ging doch schnell, oder nicht? Ja, ich gebe zu, das ist nur der Anfang des Spiels. Wir brauchen noch ein paar mehr Züge, um zu einem soliden Ergebnis zu kommen. Aber das kriegen wir genauso schnell hin. Versprochen!

Ähnliche Beiträge

Kategorie Bilanzen, Grundlagen | 2 Kommentare »

Die Bilanz: Aktiva und Passiva

20. März 2009 die Börsenfrau

Dieser Artikel ist Teil 1 von 6 der Artikelreihe Die Bilanz

Even in the worst of markets, Graham and Dodd remained faithful to their principles, including their view that the economy and markets somtines go through painful cycles, which must simply be endured.

(Übers.:) Auch in den schlimmsten Marktturbulenzen blieben Graham und Dodd ihren Prinzipien treu, sowie auch bei der Ansicht, dass Wirtschaft und Märkte manchmal schmerzhafte Zyklen durchleben, welche einfach überstanden werden müssen.

Seth Klarman in Security Analysis Sixth Edition (Security Analysis Prior Editions)

Wie die Turbulenzen umschiffen?
Die Turbulenzen in den Märkten können wir nicht beeinflussen. Aber wie können wir sie umschiffen? Wie können wir den Teil unseres Geldes, den wir in Aktien investieren wollen, mit möglichst geringem Risiko anlegen?

Voraussetzung: Gesunde Bilanz
Auch wenn es keine Garantie gibt, aber ein Unternehmen mit einer gesunden Bilanz bietet zumindest eine sehr wichtige Voraussetzung für weniger Risiko. Aus der Bilanz können wir lesen, was ein Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt besitzt, was es schuldet und welchen Anteil die Eigentümer daran besitzen. Ein unschätzbares Wissen in der aktuellen Krise!

Also legen wir los:

Zwei Seiten: Aktiva und Passiva
Die Bilanz besteht aus zwei Seiten – Aktiva und Passiva -, die immer ausgeglichen sein müssen. D.h. also, wenn sich ein Posten auf der einen Seite verändert, muss auf der anderen Seite ein Posten gegengebucht werden.

Aktiva Passiva
Anlagevermögen Eigenkapital
Umlaufvermögen Fremdkapital


Die Aktiva

Die Aktiva (die Habenseite) untergliedert sich in zwei Hauptbereiche: Anlagevermögen (langfristig) und Umlaufvermögen (kurzfristig).

Die Passiva
Die Passiva (die Sollseite) untergliedert sich in Eigenkapital und Fremdkapital (langfristig und kurzfristig).

Und das ist uns wichtig: Das Eigenkapital ist der Wert, der nach Zahlung aller Verbindlichkeiten übrigbleibt.

Aktiva – Schulden = Eigenkapital

Ähnliche Beiträge

Kategorie Bilanzen, Grundlagen | 0 Kommentare »