Free Market – Free Banking

Von allen wirtschaftlichen Problemen ist das des Geldes vermutlich das verwickeltste und das, bei dem wir am ehesten einen klaren Standpunkt gewinnen müssen. Außerdem ist das Geldwesen derjenige Bereich der Wirtschaft, der am stärksten verkrustet und von jahrhundertelangen Regierungseingriffen geprägt ist.

Wenn wir für einen freien Markt in anderen Gebieten eintreten, wenn wir Regierungsübergriffe gegen Personen und Eigentum ausschalten möchten, dann haben wir keine wichtigere Aufgabe, als die Mittel und Wege eines freien Geldmarktes zu untersuchen.

Murray Newton Rothbard

Ein paar Anstösse (1 Video und 2 Bücher) zum obigen Zitat:

Money Banking And The Federal Reserve
Im folgenden Video zeigt das Ludwig von Mises Institute anschaulich die Zusammenhänge zwischen staatsmonopolistischem Geldwesen und den  Finanzkrisen auf.

Zwei Bücher zum Geldwesen
Das Schein-Geld-System: Wie der Staat unser Geld zerstört von Murray Newton Rothbard mit einem Vorwort und einem Nachwort (ergänzende Analyse bis 1999) von Jörg Guido Hülsmann.

Murray Newton Rothbard (1926 – 1995), US-amerikanischer Ökonom und Vertreter der Österreichischen Schule, erklärt verständlich und nachvollziehbar den schwierigen Begriff Geld und die Zusammenhänge zwischen Geld und Währungspolitik, zwischen Staat und Inflation.

Die Ethik der Geldproduktion. Edition Sonderwege von Jörg Guido Hülsmann, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Angers, Frankreich und Senior Fellow am Ludwig von Mises Institute in Auburn, Alabama, USA.  Wer das Buch gelesen hat, versteht die Geschichte des Geldes und die Zusammenhänge. Mehr dazu in einem früheren Beitrag.

Die Geldklemme treibt ihre Blüten

Die Geldklemme treibt nun ihre Blüten. So vergaloppiert sich der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück schon sehr, wenn er der Schweiz vorwirft, dass das Land mit seinen Steuergesetzen der Steuerhinterziehung Vorschub leistet und man nun „mit der Peitsche“ gegen sogenannte Steueroasen vorgehen müsste.


Steuerwettbewerb contra Steuertyrannei
Laut Bundesrätin Micheline Calmy-Rey wandern derzeit mehr als 3000 Deutsche monatlich in die Schweiz ein. Warum wohl? Es warten bessere Arbeitsbedingungen, bessere Gehälter, günstigere Steuersätze und ein angenehmes Leben noch dazu. Haushaltsbudgets werden in der Schweiz von der Gemeindeversammlung genehmigt und verabschiedet, und das von jeder Gemeinde. Dazu herrscht Steuerwettbewerb zwischen den Gemeinden.

Das Volk – der Souverän? In Deutschland jedenfalls nicht
So viel Transparenz kann man sich in deutschen Politikeretagen nicht vorstellen und eine Überprüfung staatlicher Steueransprüche seitens der Bürger wäre wohl gar Politikerlästerung. Dagegen wird beklagt, dass die im Politbüro so schön ausgedachte Rettung von den Banken nicht angenommen wird. Über die einzig richtige Erkenntnis von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, dass er sich schämen müsste, wenn er staatliche Hilfe beanspruchen würde, wird dann auch noch vehement gewettert.


Wer übernimmt noch Verantwortung?
Natürlich müssen sich die Verantwortlichen schämen. Doch wo steht jemand noch für Fehler gerade? Wo sind die Politiker, die Verantwortung für das Desaster übernehmen? Schließlich kassieren sie doch als Aufsichtsräte der Banken gutes Geld. Sie hätten dort Aufsichtspflicht gehabt. Heute hüh und morgen hott – aber was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.

Geld- und Bankwesen aus Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie

Mit dem Thema Geld – leider weder in den Schulen gelehrt noch allgemein bekannt – sollte man sich gerade heute dringend beschäftigen. Es ist zum Verständnis unserer Gesellschaft und zum Verständnis der akuten Finanzkrise einfach notwendig.

Jörg Guido Hülsmann: „Die Ethik der Geldproduktion“
Sehr empfehlenswert und auch für Nichtökonomen gut verständlich ist ein kleines Büchlein „Die Ethik der Geldproduktion“ von Jörg Guido Hülsmann. Jörg Guido Hülsmann ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Angers, Frankreich und Senior Fellow am Ludwig von Mises Institute in Auburn, Alabama, USA.

Drei Themen prägnant und verständlich
Folgende drei Themen werden im Buch besprochen:

Anders als die allgemein vorherrschenden Wirtschaftstheorien
Völlig anders als die allgemein vorherrschenden Wirtschaftstheorien behandeln die Ökonomen der Österreichischen Schule die Theorie über Kapital, Wirtschaft und Gesellschaft. Für die Ökonomen der Österreichischen Schule ist

„Kapitalismus ein gesellschaftliches System der Arbeitsteilung, das auf der vollständigen und allgemeingültigen Achtung der grundlegenden wirtschaftlichen Institution der Gesellschaft basiert: des Privateigentums.“ (aus „Die Ethik der Geldproduktion“).

Ursache für die aktuellen Auswüchse im System: Papiergeld und Teilreserve-Banken
Sie sehen in den vorherrschenden Formen der Geldproduktion, also dem staatlichen Geldmonopol,

„….wesensfremde Elemente in einer wahrhaft kapitalistischen Wirtschaft.“ … „Papiergeld und Teilreserve-Banken sind wesentliche Ursachen ebenjener Auswüchse, für die das kapitalistische Wirtschaftssystem weithin gescholten wird.“ (aus „Die Ethik der Geldproduktion“).

Jörg Guido Hülsmann: Hyperinflation?
Ebenfalls interessant: Ein Interview mit Jörg Guido Hülsmann zum Thema Hyperinflation und ein Interview zum Thema Kosten eines Goldstandards bei Lew Rockwell.

Nicht Short Seller sind Verursacher der Krise

Short Seller werden derzeit zu Sündenböcken gestempelt. Das klingt gut, ist populistisch und lenkt vom eigentlichen Versagen hervorragend ab. Wie es jedoch zu den Verwerfungen kommen konnte, hat David Einhorn von Greenlight Capital, einem valueorientierter Hedgefonds mit Short- und Long-Positionen, öffentlich gemacht.

Ein Short Seller klärt auf

Seit langem prangert er die Modelle zum Risikomanagement der Investmentbanken, im Zusammenhang damit das Verfahren der Rating-Agenturen und die Rolle der US-Börsenaufsicht (SEC) an. In vier Beiträgen hat Mario Wolff in seinem Blog Graham-und-Doddsville David Einhorns Argumentation auf deutsch zusammengefasst. Eine empfehlenswerte Lektüre!

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4