Xstrata: Update

Nun ist die Antwort zum Kommentar losgehts doch etwas ausführlicher ausgefallen. Also nehme ich sie gleich als Beitrag.

Einschätzung zum operativen Geschäft

Xstrata arbeitet entsprechend dem Zyklus: Man fährt die Produktion herunter, so bei Chrom, Nickel und  Zink. Die Produktionskosten der Hauptmetalle im 1. Halbjahr 2008 sind niedrig. Sie liegen deutlich unter dem Verkaufspreis: Kupfer mit Produktionskosten von 76,9 c/lb gegenüber einem Verkaufspreis von 155,9 c/lb, Nickel mit 397 c/lb gegenüber 446 c/lb.

Die Kosten im 2. Halbjahr werden sich weiter verringern. Allein die Energiekosten, unter denen alle Minen gelitten haben, haben sich reduziert. Ein Gewinneinbruch, wie die Marktteilnehmer eingepreist haben, ist im Grunde nicht nachvollziehbar. Selbst wenn wir die Gewinnschätzung noch weiter zurücknehmen, bleibt eine Unterbewertung.

Metallpreise – Quo vadis?
Bleibt noch die Frage, ob sich die Metallpreise wieder erholen. Dazu zwei Aspekte:

Der ökonomische Aspekt: Minenschließungen in der gesamten Bergbaubranche treiben mittelfristig die Metallpreise wieder nach oben. Ein ökonomisches Gesetz von Angebot und Nachfrage!

Der monetäre Aspekt: Im Zuge der Finanzkrise wurde bzw. wird die Geldmenge derart aufgebläht, dass man mit deutlich inflationären Entwicklungen rechnen muss. Dies wird sich auf die Preise der Rohstoffe auswirken. Das Metall ändert ja nicht seinen Wert, sondern preist den verwässerten Dollar ein. Nicht der Warenwert hat sich geändert, sondern der Geldwert. Je mehr Dollar und Euro in der Welt kursieren, desto höher muss der Geldpreis der Waren werden.

Einschätzung zur finanziellen Situation
Xstrata hat noch einmal seine starke Bilanz betont: Präsentation

Bis 2011 braucht es keine wesentlichen Refinanzierungen mehr. Für kurzfristige Refinanzierungen hat man genügend Liquidität. Die Rating-Agenturen S&P und Moody’s vergeben ein BBB+ bzw. ein Baa2. Gehen wir einmal davon aus, dass sie tatsächlich geprüft haben.

Verunsichert sind die Marktteilnehmern dennoch. So notiert der CDS-Spread (quasi als Risikoausfallversicherung) nur knapp unter 2000 Basispunkten, was sehr hoch ist.

Glencore – der Hauptaktionär

Zur Frage Glencore: Wie weit sich Glencore im Rohstoffhandel verhoben hat, lässt sich von einem Outsider nicht beantworten. Dazu gibt das Unternehmen nicht genügend Einblick. Der Verfall der Rohstoffpreise und die Finanzkrise verunsichern den Markt.

Das zeigen die CDS-Spreads: Sie sind seit Ende August von 200 auf über 3000 Basispunkte gesprungen. Zu Recht oder Unrecht werden wir erst später wissen. Auf die Xstrata-Aktie scheint dies zwar negativ zu wirken, den Unternehmenswert tangiert dies jedoch nicht.

Fazit
Nehmen wir die Angaben Xstratas als gültig an, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Xstrata den Downturn trotzen kann. Die Chancen stehen gut, wenn der Zyklus dreht. Die Aktien auf diesem nochmals gedrückten Niveau können also durchaus eine seltene Kaufgelegenheit sein, wobei man das einzugehende Risiko sorgfältig abwägen sollte.

Hinweis: Die Informationen stellen kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich Informationszwecken.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte: Die im Beitrag erwähnte Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von der Börsenfrau gehalten.

Über die Börsenfrau

Als Initiatorin des Projekts möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Gertraud Pourheidari. Von Beruf bin ich Übersetzerin. Mit Aktien hatte ich zunächst wenig zu tun. Nur im Alter von 18 Jahren streifte mich das Thema kurzzeitig; doch leider liess ich es mir viel zu leicht ausreden, denn schliesslich war das damals "für Frauen kein Beschäftigungsfeld". 1996 kaufte ich meine ersten Aktien. Ich erlebte die Euphorie während der Technologiehausse und den anschliessenden tiefen Absturz des Neuen Marktes - Schlüsselerlebnisse, die Fragen und Nachforschungen nach sich zogen. So tauchte ich tiefer in die faszinierende Welt der Kapitalanlage ein. Heute berate ich das Rohstoff-Strategiedepot des Stuttgarter 0711-Aktienclubs , erstelle Unternehmensanalysen und konzipiere Börsenpublikationen zum Thema Kapitalanlage für Die Aktien-Analyse und Strategisches Investieren. Das Handwerkszeug habe ich mir in Seminaren, amerikanischen Online-Workshops und autodidaktisch angeeignet. In der Unternehmensanalyse erhielt ich meine praktische Ausbildung von Gelfarth & Dröge Research, Hattingen. Journalistische und publizistische Kenntnisse erwarb ich über die Zusammenarbeit mit dem Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn. Gertraud Pourheidari
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5 Antworten zu Xstrata: Update

  1. los gehts sagt:

    Vielen Dank für die hilfreichen Erläuterungen.

    Folgender Artikel von Thomson Reuters stimmt ziemlich genau mit den Informationen überein, die ich auf persönlichem Weg erhalten habe.

    http://www.xe.com/news/Fri%20Dec%2005%2013:22:00%20EST%202008/115265.htm?categoryId=4&currentPage=1

  2. Tinu sagt:

    Ganz genau richtig! XSTRATA ist eine Perle unter den Minen-Unternehmen und wird vom nächsten Anziehen der Märkte überproportional profitieren. Auch ich habel etzte und diese Woche nochmals einige Tausend Stück XTAN dazugekauft und hoffe auf eine grosse Ueberraschung wenn ich Ende 2009 wieder mal ins Depot kucke. Sobald die Rohstoff- und Metallpreise wieder anziehen wird es abgehen wie eine Rakete (man vergleiche den Chart und stelle sich ihn rückwärts vor:-))) HOPP XSTRATA!!!

  3. Stan sagt:

    i totally agree. commodity prices and xstrata plc will skyrocket as soon as consumer sentiment and economy turns. this is one of the top picks in the eurozone and a lot of big traders favourite.

  4. Daniel sagt:

    Xstrata ist total unterbewertet zurzeit – liegt natürlich an den Rohstoffpreisen…die werden sicherlich wieder anziehen und deshalb hab ich mir welche ins Depot gelegt….
    Hier sprechen sie von einem Kursziel von 15 Euro:
    http://www.sharewise.com/aktien/GB0031411001-xstrata/analyse/2008120413522601/anchor=rating

  5. Wow, da stimmen wir ganz gut überein. Ein Dankeschön für die beiden Links!

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