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Uwe Bergold

Uwe Bergold, Dipl.-Betriebswirt (FH) mit Schwerpunkt Bank-, Finanz- & Investitionswirtschaft, leitete über fünf Jahre eine der erfolgreichsten Vermögensverwaltungen in Deutschland. Er kündigte in einer Zeitungspublikation den Aktiencrash im März 2000 und ein Jahr später die Goldhausse an. Seine Anlagestrategien wurden wiederholt von Fachmedien ausgezeichnet (Fuchsreport, Die Welt, Welt am Sonntag). Er ist gern gesehener Gast bei Bloomberg TV. Seit 2004 zählt ihn die Welt am Sonntag zur Elite der Goldexperten im deutschsprachigen Raum

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Uwe Bergold ist Fondsadvisor für die Kapitalanlagegesellschaft der traditionsreichen deutschen Privatbank Sal. Oppenheim, mehrfacher Buchautor und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Amberg-Weiden. Zusammen mit Christian Wolf ist er Inhaber der GLOBAL RESOURCES INVEST GmbH & Co.KG und damit verantwortlich für die Anlagestrategie der beiden Publikumfonds NOAH-Mix OP (WKN: 979953) und GR Dynamik OP (WKN: A0H0W9).

Inflationsschutz im Rahmen der privaten Altersvorsorge mit Rohstoffen

Grundsätzlich basiert das Altersvorsorgesystem auf dem 3-Säulenprinzip: Staatliche, berufliche und private Vorsorge. Hierbei trägt die Säule der gesetzlichen Altersversorgung noch immer die stärkste Last. Die Entwicklung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass die gesetzliche Säule stetig schrumpft. Im Hinblick auf die in Zukunft zu erwartende wirtschaftliche und sozialpolitische Entwicklung wird die private Altersvorsorge deshalb entscheidend an Bedeutung gewinnen.

Hierbei dürfte zukünftig der Fokus immer mehr auf die Real- (inflationsbereinigt) als auf die Nominalrendite gelegt werden. Laut Werner Krämer, Leiter Research in Diensten von Lazard, verbuchten langfristig die vermeintlich "sicheren" Anlagen in Staatsanleihen und Geldmarktpapieren in Japan, Deutschland, Frankreich und Italien von 1900 bis 2002 einen negativ realen Ertrag. Besonders in Zeiten immenser Überschussliquidität (Geldmengenwachstum M3 im Euro-Raum stieg im Juni 2005 auf 7,5 Prozent) mehren sich die Stimmen von Bankvolkswirten, die vor Inflationsgefahren warnen. Aufgrund der übermäßigen Geldmengenerhöhung der letzten Jahre, des kontinuierlich hohen Haushaltsdefizits und der historisch hohen Staatsverschuldung muss zukünftig mit einer sich verstärkenden Inflationsproblematik gerechnet werden. Für September 2005 wurde mit einer Steigerung von 2,5 Prozent auf Jahresbasis die höchste Inflationsrate seit 2001 ausgewiesen. Gleichzeitig erschien im Handelsblatt vom 29.09.2005 auf Seite 23 ein Artikel mit der Überschrift"Notenbanker warnen vor steigendem Inflationsdruck".

Wie kann ein Privatinvestor seine Altersvorsorge nun inflationssicher gestalten?

Rohstoffe und besonders Gold eignen sich hervorragend zum Schutz vor Inflation. Aufgrund der stark positiven Korrelation zum Konsumentenpreisindex können Rohstoff-Investments gewissermaßen als "Inflations-Hedge-Instrument" betrachtet werden. Besonders im historischen Kontext kam immer wieder Gold als Versicherung gegen Inflation zum Einsatz.

Als Beispiel der jüngeren Vergangenheit kann die Deutsche Mark herangezogen werden, die vom 21. Juli 1948 bis zum 31. Dezember 2001 als zweitstärkste Währung der Welt galt. Laut Statistischem Bundesamt, Wiesbaden, verlor die D-Mark in 53 Jahren circa 75 Prozent an Wert. Dies entspricht einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,75 Prozent pro Jahr. Investoren mussten mindestens diesen Zins erzielen, um real keinen Verlust zu erleiden. Im gleichen Zeitraum glich der Anstieg des Goldpreises in D-Mark um 318 Prozent ebenfalls den Kaufkraftverlust der damaligen deutschen Währung aus. Aufgrund der positiven Korrelation zur Inflationsentwicklung (Klassische Begriffsdefinition durch die "österreichische Schule" der Ökonomie: Inflation ist Geldmengenwachstum pro Produktionseinheit), stellen Rohstoff-Investments und besonders Gold somit einen preiswerten Inflationsschutz im Rahmen der "Privaten Altersvorsorge" dar.

Neben dem "Inflationsversicherungseffekt" besitzen Rohstoffe noch die Eigenschaft, daß sie langfristig negativ gegenüber Aktien und Renten korrelieren. Die Rendite der Rohstoffe entwickelt sich strukturell entgegengesetzt zu den Renditen der Aktien- und Rentenmärkte. Somit bieten Rohstoffe als Anlageklasse nicht nur einen Inflationsschutz, sondern sie erhöhen, aufgrund ihrer negativen Korrelation zu anderen Vermögenswerten, im Rahmen der "Modernen Portfolio-Theorie" signifikant die Effizienz des Portfolios.

Wie hoch sollte der Anteil "Rohstoffe/Gold" bei einem Altersvorsorge-Sparplan sein?

Je nach individueller Risikoneigung des Investors, sollte sich der Rohstoffanteil im Altersvorsorge-Portfolio in einer Bandbreite zwischen 15 und 30 Prozent bewegen. Innerhalb dieser Anlageklasse Rohstoffe kann der Anteil an Edelmetallen durchaus 5 bis 10 Prozent betragen. Die praktische Umsetzung der Inflationsabsicherung kann durch verschiedenste Rohstoff-Produkte geschehen. Von Edelmetallmünzen oder -barren über Rohstoffaktien oder -fonds zu Rohstoffzertifikaten oder -derivaten. Nähere Informationen zu der Edelmetall- und Rohstoffproduktpalette bietet die Informationsplattform www.goldseiten.de

Das Bedürfnis nach einer inflationsgesicherten Altersvorsorge wird zukünftig zu einer zunehmenden Nachfrage bei Rohstoff-Investments führen. Neben der Absicherung gegen realen Wertverlust, steigert ein Rohstoff-Depotanteil zusätzlich die Diversifikation und somit die Effizienz eines Vorsorge-Portfolios.

Autoren: Uwe Bergold und Roland Eller

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